Rebecca Gablé, beliebte Autorin historischer Romane, im Interview mit PagePlace

 

 

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eBooks von Rebecca Gablé


2011 – Der dunkle Thron
2009 – Hiobs Brüder
2008 – Von Ratlosen und Löwenherzen
2007 – Spiel der Könige
2005 – Die Hüter der Rose
2003 – Siedler von Catan
2002 – Der König der purpurnen Stadt
1997 – Das Lächeln der Fortuna

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Biografie von Rebecca Gablé

Rebecca Gablé ist der Künstlername der erfolgreichen deutschen Autorin Ingrid Krane-Müschen. Gablé wird am 25. September 1964 in Wickrath bei Mönchengladbach geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1984 absolviert sie zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Im Anschluss daran arbeitet sie für einige Jahre in diesem Beruf, hauptsächlich auf einer Militärbasis der Royal Air Force. Während dieser Zeit beginnt Rebecca Gablé, sich für englische Literatur und Geschichte zu interessieren. Von 1991 bis 1996 studiert sie dann Anglistik und Germanistik mit dem Schwerpunkt Mediävistik.

Zwischen 1999 und 2000 lehrt sie für zwei Semester altenglische Literatur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Nach mehreren Jahren erfolgloser Verlagssuche erscheint beim Bastei Lübbe Verlag 1995 ihr erster Kriminalroman „Jagdfieber“, der 1996 für den Friedrich-Glauser-Krimipreis nominiert wird. Im gleichen Jahr veröffentlicht Rebecca Gablé ihren zweiten Kriminalroman „Die Farben des Chamäleons“. Nebenbei arbeitet sie als freie Übersetzerin für verschiedene Verlage. Bekannt wird Rebecca Gablé aber erst mit ihrem ersten historischen Roman „Das Lächeln der Fortuna“, der 1997 erscheint und mit 200.000 abgesetzten Exemplaren gleich im ersten Jahr zum Bestseller avanciert.

In den darauffolgenden Jahren veröffentlicht sie zwei weitere Kriminalromane: „Das letzte Allegretto“ (1998) und „Das Floriansprinzip“ (1999), doch Erfolg bei den Lesern hat Rebecca Gablé vor allem mit ihren Mittelalterromanen, die alle in mehrere Sprachen übersetzt und zu internationalen Bestsellern werden. Zuletzt erschien von Rebecca Gablé der vierte Band der beliebten Waringham-Reihe, „Der dunkle Thron“ (2011). Rebecca Gablé lebt gemeinsam mit ihrem Mann in der Nähe von Mönchengladbach. Sie liest und reist viel, spielt Klavier und singt in einer Band. Gablé ist Mitglied der Autorengruppe Das Syndikat und des Autorenkreises Historischer Roman Quo Vadis.

Das Interview mit Rebecca Gablé

rebecca gablé interview

PagePlace: Woher stammt Ihre Leidenschaft für mittelalterliche Themen?
Rebecca Gablé: Meine Liebe zum Mittelalter habe ich im Studium entdeckt, weil ich mittelalterliche Sprache und Literatur als Nebenfach studieren musste. Zuerst hatte ich gar keine Lust dazu. Aber dann habe ich zum ersten Mal einen Text aus dem 9. Jahrhundert gelesen, und war fasziniert von der Fremdartigkeit dieser geheimnisvollen Welt. Das ist jetzt ziemlich genau 20. Jahre her, aber die Faszination hat nie nachgelassen. Je mehr ich über das Mittelalter lerne, desto spannender finde ich es. PagePlace: Was inspiriert Sie und woher bekommen Sie die Ideen für Ihre Bücher?
Rebecca Gablé: Die Mechanismen von Macht und Politik inspirieren mich. Auch die Art und Weise, wie die Menschen vor 1000 oder vor 500 Jahren getickt haben. Wenn ich diesen Menschen nachspüre und versuche herauszubekommen, was sie getan haben und warum, setzt sich in meinem Kopf eine Gedankenkette in Gang, an deren Ende manchmal eine Romanidee steht. Aber woher genau diese Ideen kommen, weiß ich nicht.

PagePlace: Wer ist Ihr Vorbild – beim Schreiben und im Leben?
Rebecca Gablé: Ich halte überhaupt nichts von Vorbildern, weder beim Schreiben noch im Leben.

PagePlace: Wann wurde Ihnen klar, dass Sie einmal als Schriftstellerin arbeiten werden?
Rebecca Gablé: Das ist keine Erkenntnis, mit der man eines Morgens aufwacht. 1990 habe ich meinen Job gekündigt und angefangen Literatur- und Sprachwissenschaften zu studieren, weil ich versuchen wollte, Schriftstellerin zu werden. Ich war aber nicht sehr optimistisch, dass diese Tätigkeit mich je ernähren würde. Darum habe ich einige Jahre nach dem Studium parallel als Autorin und Übersetzerin gearbeitet. Heute bin ich nur noch Schriftstellerin. Es war eine allmähliche Entwicklung.

PagePlace: Welche Bücher haben Sie in Ihrer Jugend beeindruckt?
Rebecca Gablé: Vor allem Fantasy- und Abenteuergeschichten. Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren zum Beispiel oder Die Schatzinsel von Robert L. Stevenson. Und natürlich Tolkien. Je weiter von der Realität die Bücher wegführten, umso beeindruckter war ich.

PagePlace: Wie viel Zeit benötigen Sie ungefähr, um ein Buch zu schreiben und wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Rebecca Gablé: Am Anfang eines neuen Romanprojekts steht eine Recherchephase von 2 bis 3 Monaten, während der ich mir die Fachliteratur zu meinem Thema besorge und sie lese und auswerte. Danach entwickele ich meine Figuren und den Handlungsrahmen. Dann fange ich an zu schreiben, recherchiere aber fast bis zum Schluss parallel weiter, weil ich oft erst beim Schreiben feststelle, wo noch Wissenslücken sind. Zusätzlich unternehme ich mehrere Recherchereisen an die Schauplätze des Romans. Der ganze Entstehungsprozess dauert ungefähr zwei Jahre. Die unterschiedlichen Phasen bedeuten, dass die Arbeitstage ebenfalls sehr unterschiedlich gestaltet sind. Aber egal was ich gerade tue, ich fange morgens relativ zeitig an zu arbeiten und versuche, das Tagespensum, das ich mir vorgenommen habe, zu schaffen. Das kann bis mittags dauern oder bis tief in die Nacht. Es stört mich aber nicht, wenn es mal länger dauert, denn ich liebe meine Arbeit.

PagePlace: Warum haben Sie sich dazu entschieden unter einem Pseudonym zu schreiben?
Rebecca Gablé: Das war der Wunsch meines Verlags, und heute bin ich sehr froh darüber, denn es hilft, die öffentliche und die private Person auseinanderzuhalten.

PagePlace: Wie würden Sie die Frau hinter dem Pseudonym im privaten Leben beschreiben?
Rebecca Gablé: Überhaupt nicht ;-)

PagePlace:Finden Sie selbst Zeit zum Lesen? Falls ja, was lesen Sie am liebsten?
Rebecca Gablé: Natürlich! Lesen ist eins meiner liebsten Hobbys, und ich lese sehr unterschiedliche Bücher, allerdings nicht sehr häufig historische Romane. Dabei kann ich mich nicht entspannen, weil ich die ganze Zeit nur analysiere, welche erzähltechnischen Werkzeuge und Methoden der Kollege oder die Kollegin benutzt hat. Ich lese sehr gerne Krimis und Thriller, gelegentlich Fantasy und immer wieder englische Klassiker.

PagePlace: Wie und wo verbringen Sie am liebsten Ihre freie Zeit?
Rebecca Gablé: Ganz unterschiedlich: Mit Buch und Kaffeetasse auf dem Sofa oder in meinem Garten oder bei langen Waldspaziergängen oder mit meinen Freunden oder auf dem Meer oder …

PagePlace: Wie stellen Sie sich Ihren typischen Leser vor?
Rebecca Gablé: Ich glaube, den gibt es nicht. Ich staune immer wieder darüber, wie groß die Vielfalt der Menschen ist, die mir Briefe oder E-Mails schicken: Männer und Frauen, Teenager und ältere Herrschaften, Menschen von hohem oder nicht so hohem Bildungsstand. Das finde ich ungeheuer spannend. Ich versuche auch nie, für eine bestimmte Zielgruppe zu schreiben. Eigentlich erzähle ich meine Geschichten zuerst einmal immer mir selbst.

PagePlace: Haben Sie gelegentlich persönlichen Kontakt zu Ihren Lesern?
Rebecca Gablé: Vor allem über meine Website und soziale Netzwerke, gelegentlich auch bei Veranstaltungen. Dieser Kontakt ist mir sehr wichtig, und gerade den Austausch in sozialen Netzwerken empfinde ich als besonders interessant und wertvoll, weil dort eine vergleichsweise große Zahl von Leserinnen und Lesern ganz spontan und unmittelbar ihre Meinung äußern können und man aufgrund der Schnelligkeit des Mediums großartige Diskussionen führen kann.

PagePlace: Was waren die prägendsten Eindrücke aus Ihrer Zeit bei der Royal Air Force in England?
Rebecca Gablé: Es waren ja keine „normalen“ Briten, unter denen ich dort gelebt habe, sondern Berufssoldaten und deren Familien. Ein bisschen mittelalterlich in ihren hierarchischen Strukturen und Traditionen. Bei offiziellen Dinners in der Offiziersmesse durfte niemand vom Tisch aufstehen (um beispielsweise den Waschraum aufzusuchen), ehe am Ende des Essens, so nach drei, vier Stunden, mit dem Portwein oder dem Madeira der Toast auf die Queen ausgebracht wurde, wozu sich selbstverständlich alle von ihren Plätzen erhoben. Es ist eine abgeschlossene, etwas wunderliche Welt, die heute im Wesentlichen noch genauso funktioniert wie vor 100 oder 200 Jahren. Nur ein Empire zu verteidigen gibt’s halt nicht mehr, was viele in den Streitkräften insgeheim bedauern. Immer wieder beeindruckt hat mich die stoische Gelassenheit dieser Menschen bei Todesfällen und sonstigen Krisensituationen (beides gab es häufiger, denn es war IRA-Zeit).

PagePlace: Welche Eigenschaft wird Ihnen von Freunden und Bekannten als charakteristisch nachgesagt?
Rebecca Gablé: Ich habe keine Ahnung. Wenn meine Freunde mir etwas nachsagen, dann selbstverständlich nur hinter meinem Rücken ;-)

PagePlace: Mit welchem Talent bzw. welcher Gabe wären Sie gerne auf die Welt gekommen?

Rebecca Gablé: Mit einem Talent fürs Ballett-Tanzen.

PagePlace: Kann man Schreiben lernen?
Rebecca Gablé: Man kann das Handwerk des Schreibens erlernen und trainieren, also Erzähltechniken, Figurencharakterisierung und so weiter. Aber ich glaube, eine gewisse Grundbegabung muss man in die Wiege gelegt bekommen.

PagePlace: Wie sehen Sie die Zukunft des digitalen Lesens?
Rebecca Gablé: Die Zahl der Nutzer wird wachsen, denn das eBook hat viele praktische Vorteile. Aber es wird das „richtige“ Buch so wenig verdrängen, wie das Hörbuch es getan hat.

PagePlace: Welche Tipps würden Sie jungen Autoren mit auf den Weg geben?
Rebecca Gablé: Sich nicht entmutigen zu lassen. Das klingt banal, ist aber das Schwierigste, wenn man zum ersten Mal auf Verlagssuche ist und eine Absage nach der anderen bekommt: Schreiben Sie weiter. Arbeiten Sie immer weiter an Ihrem Manuskript, denn es kann immer noch besser werden, oder fangen Sie etwas Neues an. Aber auf jeden Fall müssen Sie weiterschreiben und sich weiter um einen Verlag oder Agenten bemühen. Und ganz gleich, wie verzweifelt Sie sind, lassen Sie sich niemals mit einem Verlag ein, der Geld von Ihnen haben will, egal wofür. Verlage bezahlen Autoren, nicht umgekehrt.

PagePlace: Möchten Sie uns über Ihr nächstes Projekt erzählen?
Rebecca Gablé: Mein nächster Roman wird zur Abwechslung mal ins deutsche Mittelalter führen, und zwar ins 10. Jahrhundert – sozusagen zu den Anfängen der deutschen Geschichte im engeren Sinne.


PagePlace: Ihre Lebensweisheit….?
Rebecca Gablé: Lebensweisheiten taugen nur dazu, sie in Eichenbalken zu schnitzen. Im echten Leben lassen sie einen aber immer im Stich, wenn man sie am dringendsten braucht. Darum gebe ich mich nicht damit ab ;-)  

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